The Muppets
Kermit & Co sind zurück. Im neuen Muppet Film lässt Co-Autor Jason Segel die Puppen und Amy Adams tanzen.
Vor einiger Zeit waren Filme noch mit dem Prädikat: „In ausgewählten Kinos auch in 3D“ versehen. Mittlerweile hat dieser Trend so hohe Wellen geschlagen, dass manche Filme in ausgewählten Kinos nur noch in 2D laufen. Dabei hat es bisher kaum ein Film geschafft den 3D Effekt auszureizen. Im Gegenteil: Schon früher gab es im IMAX 3D - und das nicht schlechter als heute. Nun mag es den ein oder anderen in diesen technisierten Zeiten erfreuen, dass ein Film wie „The Artist“ einen Golden Globe gewonnen hat. Ein Schwarzweiß Film und dann auch noch ein Stummfilm. Und manch einen mag es noch viel mehr erfreuen, wenn es eine Puppen-Variete-Show der 70er Jahre wieder einmal in die Kinos schafft - in 2D.
Mit „Die Muppets“ kehren Kermit & Co in ihr altes Theater zurück um es vor den Abriss durch einen fiesen Ölbaron zu retten. Mit einfachsten Mitteln schafft es der Film zu unterhalten. Das beste dabei ist allerdings die Ironie, mit der laufend Anspielungen auf das Filmbusiness gemacht werden.
„Warum zeigen wir nicht einfach eine Montage, wie wir die restlichen Muppets eingesammelt haben?”
Montage ab!
Gesungen wird natürlich auch und das nicht zu wenig. Schade nur, dass die deutsche Synchronisation dabei nicht ganz so glücklich klingt. Im Grunde ist es auch unglücklich, dass der Film hauptsächlich in den Nachmittagsvorstellungen läuft, also auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet ist. Dabei kennen heutzutage kaum Kinder mehr die Muppets. Doch auch das wird im Film aufgegriffen, als Kermit für einen Hero-Mutant-Ninja-Turtle gehalten wird.
Zahlreiche Gaststars lassen sich ihren Auftritt nicht nehmen: Von Selena Gomes, über Jack Black bis hin zu Dave Grol. Hauptdarsteller Jason Segel und Amy Adams merkt man das Muppet Fieber richtig an, doch gegen die Charaktere der Muppet-Show kommen auch sie nicht an. Gerade die kleinen Rollen sorgen für große Lacher. So spielen zwar Kermit, Fuzzy, Miss Piggy und „der neue“ Walter die Hauptrollen - doch am meisten lachen kann man über le Chef, Beaker und natürlich Tier. Und egal wie kindisch, kitschig oder alt die Muppets auch sein mögen, so zeigen sie uns doch einmal mehr, dass manchmal auch der offensichtlichste Witz der beste ist.
Alle Jahre wieder.
Dieses Jahr im Dschungelcamp: Thomas Gottschalk, Guido Westerwelle, Karl-Theodor zu Guttenberg, Christian Wulff, Nicolas Sarkozy und Angela Merkel.
Nicolas Sarkozy hat seinen Luxusgegenstand, einen Zweispitz, verloren. Zusammen mit Busenfreundin Angela Merkel geht er auf Schatzsuche. Derweil lässt sich Christian Wullff von Thomas Gottschalk eine Hütte bauen. Guido Westerwelle beobachtet das ganze von Hinten…
Die erste Dschungelprüfung steht an. Guido Westerwelle und Thomas Gottschalk müssen ran. Doch noch bevor Dirk und Sonja die Regeln erklären können, schnappt sich Gottschalk die Moderationskarten: Wetten, dass Guido es schafft, die Prüfung allein zu bestehen? Topp, die Wette gilt! Während Westerwelle also Känguruhoden isst und Kakerlaken kaut, staubt Christian Wullf in einem kurzen Gespräch einen Frankreich Urlaub bei den Sarkozys ab. Später stellt sich heraus, dass Wullf nur im Camp wohnt, weil er einer Einladung gefolgt ist und zusätzlich den möglichen Gewinn mit 5% verzinst bekommt.
Bei der nächsten Prüfung drohen dann aber tatsächlich tierische Gefahren. Gerade als Sonja und Dirk Dr. Bob zu Hilfe rufen wollen, springt Guttenberg aus dem Busch hervor. Er kann es einfach nicht lassen. Für billiges Geld hatte er zuvor Dr. Bob den Doktortitel abgekauft. Während Gottschalk erneut die Prüfung moderiert - mittlerweile hat er schon eine Couch, sowie einen Couchtisch inkl. Haribo Goldbären angekarrt- turteln Merkel und Sarkozy vergnügt auf dem Sofa. Wieder haben die Zuschauer für Westerwelle angerufen, der sich aber über den Zuschauerzuspruch freut.
Als Dirk und Sonja ihm mitteilen, dass er 96% der Stimmen erhalten hat ist er schier aus dem Häuschen. Später erst stellt sich heraus, dass sämtliche RTL Zuschauer das Voting System falsch verstanden haben und dachten, die Anrufe würden einen Kandidaten aus dem Camp wählen. Als Westerwelle dies erfährt und nach eifrigem Nachrechnen, unter der Mithilfe von Dr. Guttenberg, zu dem Ergebnis kommt an der 5% Hürde gescheitert zu sein, verlässt er weinend das Camp. Christian Wulff schließt sich Westerwelle an, schließlich hat er genug vom Dschungel. Seit 3 Tagen hat er mit einem eingeschmuggeltem Handy am RTL Gewinnspiel teilgenommen und täglich die 5.000 Euro gewonnen.
Zu Guttenberg folgt den beiden, schließlich ist er rehabilitiert und wurde trotz seiner Abwesenheit vorab zum Bundeskanzler gewählt.
Nachdem Angela Merkel davon erfährt beschließt sie im Camp zu bleiben - für immer, aber nicht ohne ihren Nicholas. Die Siegprämie teilen sich die beiden und stiften das ganze Geld Griechenland. Von der horrenden Summe wird schließlich die Finanzkrise abgewandt und das Land und der Euro gerettet. Doch davon bekommen Angi und ihr kleiner Franzose nichts mehr mit. Das einzige was die beiden noch zu Hören bekommen ist der morgendliche „Topp, die Wette gilt!“Schrei von Thomas Gottschalk, der zusammen mit Michelle Hunziker als Tarzan und Jane den Urwald unsicher macht.
Ziemlich beste Freunde.
In Frankreich reifen vor allem guter Wein und guter Käse und seit „Willkommen bei den Schti‘s“ auch endlich gute Filme. In der Vergangenheit sorgten vor allem schockierende Filme für Aufsehen. Mit „Mann beißt Hund“ und „Hass“ hatte das französische Kino seinen Ruf als experimentelle Film-Noir Schmiede weg. Dass die Franzosen aber durchaus auch Publikumswirksame Filme machen können, beweist „Ziemlich beste Freunde“.
Gute Schauplätze gibt es in Frankreich en masse, das hat nicht erst Woody Allen in „Midnight in Paris“ gezeigt. Nun spielt „Ziemlich beste Freunde“ zwar in Paris, davon bekommt man aber herzlich wenig zu sehen. Genau genommen könnte er auch in jeder anderen Stadt dieser Welt spielen. Denn die Geschichte braucht keinen großen Schauplatz, keine pompöse Inszenierung, keine Effekte und vor allem keine billigen Gags. Allein die geschickt geschriebenen Dialoge bringen einen Lacher nach dem anderen. Zwar findet man hier auch viele Witze wieder, die auf Kosten des behinderten Philippe gehen, aber zwischen ihn und seinem neuen Betreuer „menschelt“ es nur so, dass auch diese Gags nie fehl am Platz wirken. Schließlich stellt Philippe den schwarzen Pfleger nur ein, weil dieser ab und an Philippes Behinderung schlichtweg vergisst. Der Film macht Spaß und berührt. So muss Kino sein und so verwundert es auch nicht, dass Hollywood bereits ein US-Remake plant.
Die Sache mit dem Wein haben die Amerikaner zumindest in Kalifornien einigermaßen hinbekommen. Im Land von Sprühkäse und Cheeseburgern lässt sich über das Käse-Thema noch streiten. Ob man jedoch einen nahezu perfekten Film noch besser machen kann, das gilt es jetzt zu beweisen.
BITTE, NACH IHNEN!
Mit “Mission Impossible 4 - Ghost Protokoll” kehrt Tom Cruise auf die Leinwand zurück und überlässt endlich wieder anderen die Bühne.
TomCruise. In den letzten fünf Jahren vor allem bekannt durch seine Funktion bei Scientology und durch seinen Auftritt bei Oprah Winfrey. Seine Filme zu dieser Zeit, angefangen mit
War of the Worlds (2005), über Mission Impossible 3 (2006), bis hin zu Knight and Day (2010) kann man durchaus mit dem Prädikat „Flop“ versehen.
Das Image von Cruise schien unter seinen Eskapaden im Privatleben gelitten zu haben. Vom All- American- zum Bad-Boy des Filmbusiness. Der Name Tom Cruise allein zieht heute keine Massen mehr in das Kino und das scheint auch Cruise begriffen zu haben.
In Mission Impossible 3 setzte er voll auf sich selbst - die Quittung gab‘s an der Kinokasse, der Film ein Misserfolg. Der Stauffenberg-Film „Valkyrie“ (2008) wurde zur One-Man-Show. Cruise war in aller Munde und bekam am Ende sogar noch einen BAMBI für seine
“Courage”, dennoch wollte den Film kaum jemand sehen. Über Cruise selbst gab es zu dieser Zeit in der BUNTE mehr zu lesen als in der Cinema.
Doch zuletzt wurde es wieder ruhiger um ihn. Und gerade Mis- sion Impossible 4 zeigt, dass Cruise dazu gelernt hat. Schließlich schafft er es, nicht nur das Tempo des Films konstant hoch zu halten,sondern Dank seines gut aufgelegten Ensembles, auch einmal als Nebendarsteller zu glänzen. Denn in Ghost Protokoll wird die „unmögliche Mission“ zur Teamarbeit. Und ebenso wie Ethan Hunt im Film auf die Fähigkeiten seiner Teammitglieder angewiesen ist, so vertraut Cruise als Darsteller und Produzent beispielsweise dem komödiantischen Potential eines Simon Pegg oder eines Jeremy Ren- ner. Und genau diese Fähigkeit, sich selbst wieder etwas zurück zu nehmen, bekommt nicht nur dem Film gut, sondern auch Cruise selbst.
Schließlich zeigte er seine größten Leistungen stets an der Seite anderer. Angefangen mit Top Gun, über Rain Man neben Dustin Hoffman, oder Eine Frage der Ehre, wo er im Wortgefecht mit Jack Nicholson auf sich aufmerksam machte. In Jerry Maguire verhalf er 1996 Cuba Gooding Jr. zu einem Oscar und für seine Leistung in Magnolia bekam er eine seiner bisher drei Golden Globe Auszeich- nungen. In Mission Impossible 2 war er zwar der alleinige Star des Films, doch überlies er bei der Inszenierung John Woo freie Hand. Als The Last Samurai spielte er grandios an der Seite von Ken Watanabe, was diesem eine Oscar Nominierung einbrachte. In Collateral lieferte er als alternder Killer im Taxi von Jamie Foxx seine letzte große Leistung ab. Danach folgten mit Valkyrie, Mission Impossible 3 und Knight and Day die besagten Flops.
Nun kehrt Cruise also in Ghost Protokoll wieder zurück und das nicht ganz ohne Selbstironie. Während M:I-3 noch bitterer Ernst war und Cruise die Welt rettete ohne eine Miene zu verziehen, so macht er das in Ghost Protokoll mit einem Grinsen im Gesicht. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Freude echt ist und nicht das verzweifelte Lächeln eines Mannes, der noch einmal aufspringen will auf den großen, bunten Zug namens Hollywood.
Infobox
Seit 1966 begeben sich Agenten des IMF in scheinbar unlösbare Missionen. Bis 1973 strahlte das US-Fernsehen 171 Folgen der Mission Impossible Serie aus. Zunächst war es die Figur Jim Phelps , die zu Beginn jeder Folge einen neuen Auftrag bekam. 22 Folgen liefen zwischen 1967 und 1969 im Vorabendprogramm der ARD unter dem Titel „Kobra, übernehmen Sie“.
1976 folgten 28 weitere Episoden, diesmal als: „Unmöglicher Auftrag“.
Im Jahr 1988 versuchte Paramount der Serie neues Leben einzuhauchen.
35 neue Folgen entstanden . Erst Regisseur Brian de Palma schaffte es zusammen mit Tom Cruise 1995 das Mission Impossible Fieber neu zu entfachen. Dafür opferte er die Figur des Jim Phelps. Fortan liegt es an seinem Schüler Ethan Hunt das Einsatzteam zu leiten. Der Film spielte 180 Millionen Dollar ein. Fünf Jahre später inszenierte John Woo die Fortsetzung. Aus Mission Impossible 2 wird M:I-2. Einspielergebnis: 215 Millionen Dollar. 2006 besetzte Cruise den Regieposten mit „Lost“ Erfinder J.J. Abrams. Mit einem Einspielergebnis von lediglich 134 Millionen Dollar wurde M:I-3 zum Flop für das Studio. Trotzdem schafft Cruise es 2011 mit Phantom Protokoll einen vierten Teil unter der Regie von Brad Bird (Ratatouille) in die Kinos zu bringen.
Kurzkritiken zu: Jonas, Der gestiefelte Kater, Happy New Year und Sherlock Holmes.
Gott des Gemetzels Audio Kritik
Redesign alter Kritiken. Bis Mai 2012 sollten alle fertig sein. Dann gibt’s hoffentlich ein kleines Heft, denn dann heißt es: 1 Jahr Kinokritiken auf sepop.de
Rubbeldiekatz
Göttlich. Roman Polanski’s Gott des Gemetzels!Unterschichten TV für die Oberschicht.
Spannend wie ein Gelehrtenstreit. Eine Gastkritik von Andreas Meinlschmidt.