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Mit “Mission Impossible 4 - Ghost Protokoll” kehrt Tom Cruise auf die Leinwand zurück und überlässt endlich wieder anderen die Bühne.
TomCruise. In den letzten fünf Jahren vor allem bekannt durch seine Funktion bei Scientology und durch seinen Auftritt bei Oprah Winfrey. Seine Filme zu dieser Zeit, angefangen mit
War of the Worlds (2005), über Mission Impossible 3 (2006), bis hin zu Knight and Day (2010) kann man durchaus mit dem Prädikat „Flop“ versehen.
Das Image von Cruise schien unter seinen Eskapaden im Privatleben gelitten zu haben. Vom All- American- zum Bad-Boy des Filmbusiness. Der Name Tom Cruise allein zieht heute keine Massen mehr in das Kino und das scheint auch Cruise begriffen zu haben.
In Mission Impossible 3 setzte er voll auf sich selbst - die Quittung gab‘s an der Kinokasse, der Film ein Misserfolg. Der Stauffenberg-Film „Valkyrie“ (2008) wurde zur One-Man-Show. Cruise war in aller Munde und bekam am Ende sogar noch einen BAMBI für seine
“Courage”, dennoch wollte den Film kaum jemand sehen. Über Cruise selbst gab es zu dieser Zeit in der BUNTE mehr zu lesen als in der Cinema.
Doch zuletzt wurde es wieder ruhiger um ihn. Und gerade Mis- sion Impossible 4 zeigt, dass Cruise dazu gelernt hat. Schließlich schafft er es, nicht nur das Tempo des Films konstant hoch zu halten,sondern Dank seines gut aufgelegten Ensembles, auch einmal als Nebendarsteller zu glänzen. Denn in Ghost Protokoll wird die „unmögliche Mission“ zur Teamarbeit. Und ebenso wie Ethan Hunt im Film auf die Fähigkeiten seiner Teammitglieder angewiesen ist, so vertraut Cruise als Darsteller und Produzent beispielsweise dem komödiantischen Potential eines Simon Pegg oder eines Jeremy Ren- ner. Und genau diese Fähigkeit, sich selbst wieder etwas zurück zu nehmen, bekommt nicht nur dem Film gut, sondern auch Cruise selbst.
Schließlich zeigte er seine größten Leistungen stets an der Seite anderer. Angefangen mit Top Gun, über Rain Man neben Dustin Hoffman, oder Eine Frage der Ehre, wo er im Wortgefecht mit Jack Nicholson auf sich aufmerksam machte. In Jerry Maguire verhalf er 1996 Cuba Gooding Jr. zu einem Oscar und für seine Leistung in Magnolia bekam er eine seiner bisher drei Golden Globe Auszeich- nungen. In Mission Impossible 2 war er zwar der alleinige Star des Films, doch überlies er bei der Inszenierung John Woo freie Hand. Als The Last Samurai spielte er grandios an der Seite von Ken Watanabe, was diesem eine Oscar Nominierung einbrachte. In Collateral lieferte er als alternder Killer im Taxi von Jamie Foxx seine letzte große Leistung ab. Danach folgten mit Valkyrie, Mission Impossible 3 und Knight and Day die besagten Flops.
Nun kehrt Cruise also in Ghost Protokoll wieder zurück und das nicht ganz ohne Selbstironie. Während M:I-3 noch bitterer Ernst war und Cruise die Welt rettete ohne eine Miene zu verziehen, so macht er das in Ghost Protokoll mit einem Grinsen im Gesicht. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Freude echt ist und nicht das verzweifelte Lächeln eines Mannes, der noch einmal aufspringen will auf den großen, bunten Zug namens Hollywood.
Infobox
Seit 1966 begeben sich Agenten des IMF in scheinbar unlösbare Missionen. Bis 1973 strahlte das US-Fernsehen 171 Folgen der Mission Impossible Serie aus. Zunächst war es die Figur Jim Phelps , die zu Beginn jeder Folge einen neuen Auftrag bekam. 22 Folgen liefen zwischen 1967 und 1969 im Vorabendprogramm der ARD unter dem Titel „Kobra, übernehmen Sie“.
1976 folgten 28 weitere Episoden, diesmal als: „Unmöglicher Auftrag“.
Im Jahr 1988 versuchte Paramount der Serie neues Leben einzuhauchen.
35 neue Folgen entstanden . Erst Regisseur Brian de Palma schaffte es zusammen mit Tom Cruise 1995 das Mission Impossible Fieber neu zu entfachen. Dafür opferte er die Figur des Jim Phelps. Fortan liegt es an seinem Schüler Ethan Hunt das Einsatzteam zu leiten. Der Film spielte 180 Millionen Dollar ein. Fünf Jahre später inszenierte John Woo die Fortsetzung. Aus Mission Impossible 2 wird M:I-2. Einspielergebnis: 215 Millionen Dollar. 2006 besetzte Cruise den Regieposten mit „Lost“ Erfinder J.J. Abrams. Mit einem Einspielergebnis von lediglich 134 Millionen Dollar wurde M:I-3 zum Flop für das Studio. Trotzdem schafft Cruise es 2011 mit Phantom Protokoll einen vierten Teil unter der Regie von Brad Bird (Ratatouille) in die Kinos zu bringen.