Entsättigte Bilder, Alte Männer in Trenchcoats, Zigaretten und Scotch.
Tomas Alfredson bringt mit Gary Oldman und Co die Generation der Anti-Bonds auf die Leinwand und überzeugt mit einem spannenden Puzzle-Spiel.
Ethan Hunt, James Bond, Jason Bourne, George Smiley. Was, sie kennen George Smiley nicht? George Smiley (G. Oldman) ist Agent des Britischen Secret Service. Im Auftrag des Ministers soll er einen Maulwurf innerhalb der eigenen Führungsetage ausmachen. Zusammen mit seinem jüngeren Partner Peter dreht Smiley jeden Stein einzeln um. Schnell entsteht ein großes Puzzle, bei dem die Agenten Jim (M. Strong) und Ricki (Tom Hardy) eine entscheidende Rolle spielen.
„Dame König As Spion“ ist auch ein filmisches Puzzlespiel geworden. Viel Geduld und ein scharfer Verstand sind gefragt, wenn Regisseur Tomas Alfredson kreuz und quer die Teile aneinander fügt. Zahlreiche Rückblenden lassen den Zuschauer einerseits den „Aha“-Effekt verspüren, andererseits können sie auch schnell zur allgemeinen Verwirrung beitragen. Dennoch gelingt es Alfredson den John-le-Carrè Roman spannend zu inszenieren.
Es ist nicht unbedingt ein rasantes Katz und Maus Spiel, das da über die Leinwand flimmert. Vielmehr ein nüchterner Agentenfilm, ohne den glorifizierenden Status der Doppel-Null Filme, oder anderer Action-Helden. Nein, hier wird noch handfeste Arbeit verrichtet. Akten werden gewälzt, Telefonate abgehört, Undercover gearbeitet und wenn es denn sein muss, wird auch einmal zur Pistole gegriffen. Die Spannung entsteht durch die Handlung, die meist anhand von Dialogen voran getrieben wird. Nach und nach bekommt man mehr Einblick in die Ereignisse und bildet sich seine eigene Meinung, wer denn der Maulwurf sein könnte.
Am Ende liegt es natürlich an George Smiley, den Fall zu klären und den Zuschauer mit dem Wissen nach Hause gehen zu lassen, dass es mehr gibt als wilde Schießereien, Verfolgungsjagden in teuren Autos und Agenten die die Welt reden indem sie einen roten von einem blauen Draht unterscheiden können.
